Autor: TRAVELROOM

  • Höri am Bodensee: zwischen Schilfufer und Künstlergeschichte

    Höri am Bodensee: zwischen Schilfufer und Künstlergeschichte

    Zwischen Radolfzell und Stein am Rhein schiebt sich die Höri in den Untersee. Ihre drei Gemeinden sind Moos, Gaienhofen und Öhningen. Dazwischen liegen Schilfufer, Wiesen, Gemüsefelder und der bewaldete Schienerberg.

    Die Halbinsel eignet sich für Spaziergänge, Radtouren und Museumsbesuche. Wer Nachtleben, große Einkaufsstraßen oder ein dichtes Kulturangebot erwartet, ist in größeren Städten besser aufgehoben.

    Zwischen Ufer und Schienerberg

    Am See wechseln sich Schilfufer, kleine Badeplätze und Blicke über den Untersee ab. Im Hinterland steigt der Schienerberg an, der nach Angaben der Tourismusorganisation Westlicher Bodensee bis auf 708 Meter reicht. Große Teile der Höri stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz. Uferbereiche und Schutzgebiete sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere: Auf markierten Wegen bleiben und empfindliche Uferzonen nicht betreten.

    Wanderer und Radfahrer können einzelne Wegabschnitte wählen; Schiffe bieten je nach Verbindung Abkürzungen. Saison und Fahrplan unterscheiden sich. Für die Bahnanreise ist Radolfzell ein naheliegender Ausgangspunkt; die Weiterfahrt sollte nach dem aktuellen Busfahrplan geplant werden.

    Künstlerorte am Untersee

    Hermann Hesse lebte von 1904 bis 1912 in Gaienhofen. Das Hesse Museum widmet sich ihm sowie der Literatur- und Kunstszene der Halbinsel. Der Ort seines ersten Hauses gehört zum Museum; das spätere Wohnhaus ist ein eigener, nur zu bestimmten Terminen zugänglicher Besuchsort.

    In Hemmenhofen lebte und arbeitete Otto Dix von 1936 bis 1969. Sein ehemaliges Wohn- und Atelierhaus ist heute das Museum Haus Dix. Nach seiner Entlassung aus dem Lehramt durch das NS-Regime zog er sich an den Bodensee zurück. Die Höri war Landschaft, Arbeitsort und Rückzugsraum. Vor Museumsbesuchen sollten die saisonalen Öffnungszeiten geprüft werden.

    Die Bülle gehört zum Alltag

    Die Höri-Bülle ist eine hell rotbraune, flach-bauchige Speisezwiebel. Sie wird traditionell auf der Halbinsel angebaut und ist als geschützte geografische Angabe eingetragen. Sie passt zu Salaten und regionalen Zwiebelgerichten; im Herbst begegnet sie Besuchern auch als geflochtener Zopf. Der Gemüsebau prägt die Höri neben Tourismus und Künstlergeschichte.

    Für Wander- und Radreisen bieten sich Frühling und Herbst an. Im Sommer stehen See und Strandbäder stärker im Vordergrund, zugleich ist mit mehr Ausflugsverkehr zu rechnen. Die Höri passt besonders zu Reisenden, die einige Tage im eigenen Tempo verbringen möchten: am Wasser, in Dörfern und Feldern, mit Zeit für ein Museum.